Die Immobilie bleibt gleich. Der Preis nicht.

Zinsniveau

Eine Immobilie kann unverändert bleiben. Lage, Nutzung und Ertrag können dieselben sein. Der Markt kann trotzdem einen anderen Preis verlangen....

Eine Immobilie kann unverändert bleiben.

Lage, Nutzung und Ertrag können dieselben sein. Der Markt kann trotzdem einen anderen Preis verlangen.

Das Zinsniveau verändert die Bedingungen für Kapital.

Steigen die Zinsen, werden verzinsliche Anlagen attraktiver. Immobilien stehen damit in einem anderen Wettbewerb um Kapital.

Investoren verlangen eine angemessene Rendite für das übernommene Risiko.

Steigt die Renditeanforderung, verändert sich der Preis, der für einen gegebenen Ertrag gezahlt werden kann.

Der Ertrag kann gleich bleiben.

Der Preis muss es nicht.

Zinsen wirken zudem auf die Finanzierung.

Höhere Fremdkapitalkosten reduzieren den finanziellen Spielraum potentieller Käufer. Ein Kaufpreis, der bei niedrigen Zinsen tragfähig war, kann unter veränderten Bedingungen nicht mehr darstellbar sein.

Die Zahlungsbereitschaft verändert sich.

Das betrifft Immobilien nicht in gleichem Maß.

Lage, Ertragsqualität, Mietvertragsstruktur und Objektqualität bleiben entscheidend. Gute Immobilien können auch in einem anspruchsvolleren Zinsumfeld eine hohe Nachfrage erreichen.

Dem Kapitalmarkt entziehen sie sich nicht.

Ein sinkendes Zinsniveau kann den gegenteiligen Effekt haben.

Alternative Anlagen bieten geringere Renditen. Finanzierung wird günstiger. Die Zahlungsbereitschaft für Immobilien kann steigen.

Das Zinsniveau wirkt dabei nie allein.

Ertrag und Risiko bleiben maßgeblich.

Eine Veränderung der Zinsen führt deshalb nicht bei jeder Immobilie zur gleichen Preisbewegung.

Der Markt differenziert.

Ein langfristig gesicherter Ertrag wird anders beurteilt als ein unsicherer Cashflow.

Eine zentrale Lage wird anders eingepreist als ein schwacher Standort.

Ein marktgängiges Objekt erreicht einen anderen Käuferkreis als eine spezialisierte Immobilie.

Zinsen verändern den Maßstab, unter dem diese Eigenschaften beurteilt werden.

Immobilienmärkte reagieren darauf häufig verzögert.

Verkäufer orientieren sich zunächst an vergangenen Preisen. Käufer kalkulieren bereits mit neuen Renditeanforderungen und Finanzierungskosten.

Die Preisvorstellungen liegen auseinander.

Transaktionen bleiben aus.

Erst mit der Zeit bildet sich ein neues Preisniveau.

Die Immobilie muss sich in dieser Phase nicht verändert haben.

Das Kapital hat sich verändert.

Der Preis folgt den Bedingungen des Marktes.

Die Immobilie bleibt gleich.

Der Preis nicht.

Ronny Kazyska vor dem Eurozeichen und der Frankfurter Hochhauskulisse zum Grundsatz des Zinsniveaus auf den Immobilienmärkten.